PVT-Kollektoren einfach erklärt: Unterschiede, Klassen & Einsatzbereiche

PVT-Kollektoren kombinieren Strom und Wärme – doch ihre Bauweise entscheidet über Effizienz, Wintertauglichkeit und Wärmepumpen-Eignung. Wir erklären die vier Sunshinee-PVT-Klassen

Veröffentlicht am:

December 18, 2025

PVT-Kollektor Sunshinee
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Inhaltsverzeichnis

Warum nicht jeder PVT-Kollektor gleich ist

PVT-Kollektoren verbinden Photovoltaik und Solarthermie in einer Einheit und machen aus jeder geeigneten Fläche ein kleines Kraftwerk: Strom vorne, Wärme hinten.

Wie effizient ein PVT-System arbeitet, hängt jedoch maßgeblich von der Bauweise der thermischen Rückseite ab. Sie entscheidet unter anderem:

  • wie viel Wärme tatsächlich nutzbar ist
  • ob das System auch im Winter stabil arbeitet
  • ob es sich als Wärmequelle für Wärmepumpen eignet

Um diese Unterschiede transparent zu machen, ordnet Sunshinee alle PVT-Systeme in vier klar definierte PVT-Klassen ein.

Die Sunshinee PVT-Klassen im Überblick

Sunshinee PVT Klassen

Die Einteilung der PVT-Klassen erfolgt unabhängig von Herstellern und basiert auf:

  • Aufbau der thermischen Rückseite
  • Größe der Absorberfläche
  • Wintereffizienz
  • Einfluss auf den PV-Ertrag
  • Systemflexibilität

So wird schnell klar, welche PVT-Technologie für welches Gebäude sinnvoll ist.

PVT-Klasse A – Abgedeckte PVT-Kollektoren (solarthermie-ähnlich)

Klassenvertreter

  • Abora aM2
  • 3F Solar / SolarOne SE

Was diese Module auszeichnet

Abgedeckte PVT-Kollektoren arbeiten thermisch ähnlich wie klassische Solarthermie-Kollektoren. Eine transparente Glasabdeckung und Dämmung ermöglichen sehr hohe Kollektortemperaturen.

Technische Vorteile

  • sehr hohe thermische Leistung bei hohen Temperaturen
  • optimal für sommerliche Warmwasserbereitung
  • hohe Stagnationstemperaturen (bis ca. 130 °C)
  • geeignet für klassische Solarthermie-Anwendungen

Technische Nachteile

  • hohe Temperaturen belasten das PV-Laminat
  • erhöhte Degradation der PV-Module möglich
  • Risiko von Delamination bei Dauerbelastung
  • im Winter weniger geeignet als Wärmequelle für Wärmepumpen

Ideal für …

  • Warmwasserbereitung im Sommer
  • Erdsonden-Regeneration
  • Projekte mit Fokus auf hohe Vorlauftemperaturen

PVT-Klasse B – Unabgedeckte PVT-Kollektoren (1:1 Absorberfläche)

Klassenvertreter

  • Sunmaxx PX-1
  • TWL PRISMA PVT RBX (Mubea)

Was diese Module auszeichnet

Diese PVT-Kollektoren besitzen keinen abgedeckten Thermiekörper. Der Absorber liegt vollflächig direkt hinter dem PV-Modul. Das hält die PV-Zellen kühler und steigert den Stromertrag – allerdings mit höheren Wärmeverlusten im Winter.

Technische Vorteile

  • geringe Stagnationstemperaturen (ca. 80 °C)
  • hohe Lebensdauer der PV-Module
  • hydraulisch einfach zu betreiben
  • gutes Verhältnis zwischen PV und Thermie

Technische Nachteile

  • Absorberfläche entspricht nur der PV-Fläche
  • geringere Nutzung von Umgebungsluft im Winter
  • bei Defekt meist Austausch des gesamten Moduls

Ideal für …

  • Dächer mit Fokus auf PV-Ertrag
  • Projekte mit moderaten Wärmepumpen-Anforderungen
  • Kombination aus PV und thermischer Unterstützung

PVT-Klasse C – Hybridmodule mit vergrößerter Absorberfläche

Klassenvertreter

  • Consolar Solink
  • Triple Solar PVT

Was diese Module auszeichnet

Diese PVT-Systeme verfügen über eine deutlich größere thermische Absorberfläche als ihre PV-Front – oft das 7- bis 8-Fache. Dadurch wird sehr viel Umgebungsluft-Energie genutzt, was sie besonders wintereffizient macht.

Technische Vorteile

  • sehr hohe Quellleistung auch bei Frost
  • starke Abkühlung der PV → höherer Stromertrag
  • geräuschloser Betrieb
  • ersetzen häufig die Außeneinheit einer Luft-Wärmepumpe
  • einfacher hydraulischer Aufbau

Technische Nachteile

  • PV und Absorber fest verbunden
  • höheres Systemgewicht
  • Reparaturen nur als Gesamtsystem möglich

Ideal für …

  • Wärmepumpen als Hauptwärmequelle
  • Gebäude ohne Platz für ein Außengerät
  • Neubauten & Sanierungen mit Fokus auf Wintereffizienz

PVT-Klasse D – Modulares PVT-System (entkoppelt)

Klassenvertreter

  • GREENoneTEC PV*T Flex

Was diese Module auszeichnet

PVT-Klasse D kombiniert die große Absorberfläche von Klasse C mit maximaler Flexibilität.


PV-Modul und thermischer Absorber sind mechanisch voneinander getrennt.

Technische Vorteile

  • sehr hohe Winterleistung
  • freie Wahl der PV-Module
  • ideal für PV-Repowering und Erweiterungen
  • geringere Reparaturkosten
  • perfekt für Erdsonden-Regeneration

Technische Nachteile

  • zwei getrennte Komponenten
  • etwas höhere Planungs- und Montageanforderungen

Ideal für …

  • PV-Bestandsanlagen mit Erweiterungswunsch
  • Neubauten & Sanierungen mit Fokus auf Zukunftssicherheit
  • Kombination aus PV und PVT auf derselben Dachfläche

Welche PVT-Klasse passt zu meinem Gebäude?

Kurz zusammengefasst

  • Maximale Wärmepumpen-Effizienz im Winter: Klasse C oder D
  • Beste Balance aus PV & Thermie: Klasse B
  • Hohe Temperaturen / Solarthermie-ähnlich: Klasse A
  • Höchste Flexibilität & Zukunftssicherheit: Klasse D
  • Kein Platz für Außengerät: Klasse C oder D

Fazit

PVT-Kollektoren unterscheiden sich technisch deutlich – und damit auch in ihrer Eignung für Wärmepumpen, Winterbetrieb und Stromertrag.

  • Klasse A: thermisch stark, aber eher klassische Solarthermie
  • Klasse B: ausgewogenes Verhältnis zwischen PV und Thermie
  • Klasse C: Spezialist für maximale Wintereffizienz
  • Klasse D: vereint Effizienz, Flexibilität und Zukunftssicherheit

Als unabhängiger Planer wählt Sunshinee immer die Lösung, die technisch und wirtschaftlich optimal zum jeweiligen Gebäude passt – ob Hybridmodul oder modulares Premiumsystem.

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