PVT-Angebot erhalten
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Warum nicht jeder PVT-Kollektor gleich ist
PVT-Kollektoren verbinden Photovoltaik und Solarthermie in einer Einheit und machen aus jeder geeigneten Fläche ein kleines Kraftwerk: Strom vorne, Wärme hinten.
Wie effizient ein PVT-System arbeitet, hängt jedoch maßgeblich von der Bauweise der thermischen Rückseite ab. Sie entscheidet unter anderem:
- wie viel Wärme tatsächlich nutzbar ist
- ob das System auch im Winter stabil arbeitet
- ob es sich als Wärmequelle für Wärmepumpen eignet
Um diese Unterschiede transparent zu machen, ordnet Sunshinee alle PVT-Systeme in vier klar definierte PVT-Klassen ein.
Die Sunshinee PVT-Klassen im Überblick

Die Einteilung der PVT-Klassen erfolgt unabhängig von Herstellern und basiert auf:
- Aufbau der thermischen Rückseite
- Größe der Absorberfläche
- Wintereffizienz
- Einfluss auf den PV-Ertrag
- Systemflexibilität
So wird schnell klar, welche PVT-Technologie für welches Gebäude sinnvoll ist.
PVT-Klasse A – Abgedeckte PVT-Kollektoren (solarthermie-ähnlich)
Klassenvertreter
- Abora aM2
- 3F Solar / SolarOne SE
Was diese Module auszeichnet
Abgedeckte PVT-Kollektoren arbeiten thermisch ähnlich wie klassische Solarthermie-Kollektoren. Eine transparente Glasabdeckung und Dämmung ermöglichen sehr hohe Kollektortemperaturen.
Technische Vorteile
- sehr hohe thermische Leistung bei hohen Temperaturen
- optimal für sommerliche Warmwasserbereitung
- hohe Stagnationstemperaturen (bis ca. 130 °C)
- geeignet für klassische Solarthermie-Anwendungen
Technische Nachteile
- hohe Temperaturen belasten das PV-Laminat
- erhöhte Degradation der PV-Module möglich
- Risiko von Delamination bei Dauerbelastung
- im Winter weniger geeignet als Wärmequelle für Wärmepumpen
Ideal für …
- Warmwasserbereitung im Sommer
- Erdsonden-Regeneration
- Projekte mit Fokus auf hohe Vorlauftemperaturen
PVT-Klasse B – Unabgedeckte PVT-Kollektoren (1:1 Absorberfläche)
Klassenvertreter
- Sunmaxx PX-1
- TWL PRISMA PVT RBX (Mubea)
Was diese Module auszeichnet
Diese PVT-Kollektoren besitzen keinen abgedeckten Thermiekörper. Der Absorber liegt vollflächig direkt hinter dem PV-Modul. Das hält die PV-Zellen kühler und steigert den Stromertrag – allerdings mit höheren Wärmeverlusten im Winter.
Technische Vorteile
- geringe Stagnationstemperaturen (ca. 80 °C)
- hohe Lebensdauer der PV-Module
- hydraulisch einfach zu betreiben
- gutes Verhältnis zwischen PV und Thermie
Technische Nachteile
- Absorberfläche entspricht nur der PV-Fläche
- geringere Nutzung von Umgebungsluft im Winter
- bei Defekt meist Austausch des gesamten Moduls
Ideal für …
- Dächer mit Fokus auf PV-Ertrag
- Projekte mit moderaten Wärmepumpen-Anforderungen
- Kombination aus PV und thermischer Unterstützung
PVT-Klasse C – Hybridmodule mit vergrößerter Absorberfläche
Klassenvertreter
- Consolar Solink
- Triple Solar PVT
Was diese Module auszeichnet
Diese PVT-Systeme verfügen über eine deutlich größere thermische Absorberfläche als ihre PV-Front – oft das 7- bis 8-Fache. Dadurch wird sehr viel Umgebungsluft-Energie genutzt, was sie besonders wintereffizient macht.
Technische Vorteile
- sehr hohe Quellleistung auch bei Frost
- starke Abkühlung der PV → höherer Stromertrag
- geräuschloser Betrieb
- ersetzen häufig die Außeneinheit einer Luft-Wärmepumpe
- einfacher hydraulischer Aufbau
Technische Nachteile
- PV und Absorber fest verbunden
- höheres Systemgewicht
- Reparaturen nur als Gesamtsystem möglich
Ideal für …
- Wärmepumpen als Hauptwärmequelle
- Gebäude ohne Platz für ein Außengerät
- Neubauten & Sanierungen mit Fokus auf Wintereffizienz
PVT-Klasse D – Modulares PVT-System (entkoppelt)
Klassenvertreter
- GREENoneTEC PV*T Flex
Was diese Module auszeichnet
PVT-Klasse D kombiniert die große Absorberfläche von Klasse C mit maximaler Flexibilität.
PV-Modul und thermischer Absorber sind mechanisch voneinander getrennt.
Technische Vorteile
- sehr hohe Winterleistung
- freie Wahl der PV-Module
- ideal für PV-Repowering und Erweiterungen
- geringere Reparaturkosten
- perfekt für Erdsonden-Regeneration
Technische Nachteile
- zwei getrennte Komponenten
- etwas höhere Planungs- und Montageanforderungen
Ideal für …
- PV-Bestandsanlagen mit Erweiterungswunsch
- Neubauten & Sanierungen mit Fokus auf Zukunftssicherheit
- Kombination aus PV und PVT auf derselben Dachfläche
Welche PVT-Klasse passt zu meinem Gebäude?
Kurz zusammengefasst
- Maximale Wärmepumpen-Effizienz im Winter: Klasse C oder D
- Beste Balance aus PV & Thermie: Klasse B
- Hohe Temperaturen / Solarthermie-ähnlich: Klasse A
- Höchste Flexibilität & Zukunftssicherheit: Klasse D
- Kein Platz für Außengerät: Klasse C oder D
Fazit
PVT-Kollektoren unterscheiden sich technisch deutlich – und damit auch in ihrer Eignung für Wärmepumpen, Winterbetrieb und Stromertrag.
- Klasse A: thermisch stark, aber eher klassische Solarthermie
- Klasse B: ausgewogenes Verhältnis zwischen PV und Thermie
- Klasse C: Spezialist für maximale Wintereffizienz
- Klasse D: vereint Effizienz, Flexibilität und Zukunftssicherheit
Als unabhängiger Planer wählt Sunshinee immer die Lösung, die technisch und wirtschaftlich optimal zum jeweiligen Gebäude passt – ob Hybridmodul oder modulares Premiumsystem.
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