Wärme neu gedacht: So funktionieren modernste Wärmepumpen

Wie moderne Wärmepumpen Umweltenergie aus Luft, Erde oder Wasser nutzen – einfach erklärt, anschaulich dargestellt und mit Blick auf Effizienz, PV- und PVT-Kombinationen.

Veröffentlicht am:

December 14, 2025

Akualisiert am:

January 27, 2026

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Inhaltsverzeichnis

Das Prinzip moderner Wärmepumpen einfach erklärt

Moderne Wärmepumpen gehören zu den effizientesten Lösungen, wenn es um nachhaltige Heizsysteme geht. Sie nutzen Umweltenergie aus Luft, Erdreich oder Wasser und verwandeln diese in nutzbare Heizwärme – ganz ohne Verbrennung.

Im Zentrum steht ein intelligenter Kältekreis, der kontinuierlich arbeitet und den Großteil der Energie aus natürlichen Quellen bezieht. In Kombination mit Photovoltaik (PV), Solarthermie oder PVT-Hybridmodulen entsteht ein besonders wirtschaftliches und nahezu klimaneutrales Gesamtsystem.

Dieser Beitrag erklärt das Funktionsprinzip einer Wärmepumpe anschaulich, bildhaft und fachlich präzise.

Kurz erklärt: Der technische Kern – der Kältekreis

Jede Wärmepumpe basiert auf vier klar definierten Schritten, die sich permanent wiederholen und so kontinuierlich Wärme erzeugen:

  1. Wärme aufnehmen - Verdampfen
  2. Druck aufbauen - Verdichten
  3. Wärme abgeben – Verflüssigen
  4. Druck reduzieren – Entspannen
Wärmepumpe Funktionsweise Schaubild Sunshinee

Schritt 1: Wärme aufnehmen - Verdampfen

Im Verdampfer nimmt ein spezielles Kältemittel (Bei modernen Wärmepumpe ist das R290 - Propan) Energie aus der Umgebung (Luft, Erde, Wasser) auf. Da dieses Kältemittel bereits bei sehr niedrigen Temperaturen (Bei Propan ist das etwa -42 °C) verdampft, funktionieren moderne Systeme zuverlässig zu jeder Jahreszeit.

Typische Systeme sind:

  • Luft-Wasser-Wärmepumpen
  • Sole-Wasser-Wärmepumpen
  • Wasser-Wasser-Wärmepumpen

Bildhaftes Beispiel:

Ein dunkler Stein liegt an einem kalten Wintertag in der Sonne. Obwohl die Luft kalt ist, fühlt sich der Stein nach einiger Zeit warm an. Der Grund dafür ist einfach: Die Sonne liefert Energie, und der Stein nimmt diese Energie auf und speichert sie.

Nach genau diesem Prinzip arbeitet eine Wärmepumpe. Auch wenn die Umgebung – etwa die Außenluft, das Erdreich oder das Grundwasser – kühl erscheint, ist darin immer noch Wärmeenergie enthalten. Diese Energie ist für Menschen kaum spürbar, physikalisch jedoch vorhanden. Die Wärmepumpe entzieht der Umgebung diese vorhandene Wärme, sammelt sie und macht sie für das Heizen nutzbar.

Schritt 2: Druck aufbauen - Verdichten

Im zweiten Schritt wird das gasförmige Kältemittel im sogenannten Kompressor (Verdichter) mithilfe elektrischer Energie stark zusammengedrückt. Durch diesen steigenden Druck erhöht sich auch die Temperatur des Gases deutlich.

Wie wirkungsvoll dieser Vorgang abläuft, lässt sich mit dem COP (Coefficient of Performance) beurteilen. Dieser Kennwert zeigt, wie viel nutzbare Wärme die Wärmepumpe aus der eingesetzten elektrischen Energie gewinnt – und macht die Effizienz des Systems vergleichbar und transparent.

Alltagsbeispiel:

Beim Aufpumpen eines Fahrradreifens wird eine Luftpumpe spürbar warm. Der Grund dafür ist das Zusammendrücken der Luft: Durch den steigenden Druck entsteht Wärme.

Genau dieser physikalische Effekt wird im Kompressor der Wärmepumpe gezielt genutzt. Das gasförmige Kältemittel wird verdichtet, erwärmt sich dabei stark und stellt diese Wärme anschließend für das Heizen zur Verfügung.

Schritt 3: Wärme abgeben - Verflüssigen

Das stark erwärmte Kältemittel strömt in einen Wärmetauscher und überträgt dort seine gespeicherte Energie auf das Heizsystem. Auf diese Weise werden Heizkörper, Fußbodenheizungen oder ein Warmwasserspeicher zuverlässig mit Wärme versorgt.

Während diese Wärme abgegeben wird, verliert das Kältemittel selbst Energie. Es kühlt ab, geht vom gasförmigen wieder in den flüssigen Zustand über und ist damit bereit für den nächsten Schritt im Kreislauf der Wärmepumpe.

Alltagsbeispiel:

Ein heißer Topf, der auf eine kühle Fläche gestellt wird, überträgt sofort Wärme.
Im Wärmetauscher geschieht genau das – nur kontrolliert, effizient und dauerhaft.

Schritt 4: Druck reduzieren - Entspannen

Im Expansionsventil wird der Druck des flüssigen Kältemittels schlagartig reduziert. Durch diese plötzliche Entlastung sinkt die Temperatur stark ab. In diesem stark abgekühlten Zustand ist das Kältemittel wieder bereit, neue Wärmeenergie aus der Umgebung aufzunehmen und den Kreislauf der Wärmepumpe erneut zu beginnen.

Beispiel:

Beim Sprühen aus einer Spraydose wird die Düse innerhalb kurzer Zeit sehr kalt. In manchen Fällen bilden sich sogar feine Eiskristalle. Ursache dafür ist der plötzliche Druckabfall: Das enthaltene Gas entspannt sich schlagartig und kühlt dabei stark ab.

Genau diesen physikalischen Effekt nutzt auch die Wärmepumpe. Durch die Druckentspannung im System wird das Kältemittel stark abgekühlt und gelangt wieder in einen Zustand, in dem es neue Wärme aus der Umgebung aufnehmen kann.

Warum moderne Wärmepumpen die Zukunft der Heiztechnik sind

Wärmepumpen arbeiten ohne Verbrennung, erreichen hohe Effizienzwerte und nutzen vorhandene Energiequellen intelligent. Besonders in Kombination mit erneuerbaren Stromquellen entfalten sie ihr volles Potenzial.

In Verbindung mit:

entsteht ein System, das Strom und Wärme optimal verbindet und langfristig Energiekosten senkt.

PVT als Effizienz-Booster

PVT-Module (Hybridmodule) erzeugen elektrischen Strom und gewinnen gleichzeitig nutzbare Wärme aus zwei Quellen: aus der umgebenden Luft und aus der Abwärme der Photovoltaik-Module selbst. Diese Wärme wird der Wärmepumpe direkt zugeführt. Dadurch muss der Kältekreislauf weniger Energie aufbringen, um das benötigte Temperaturniveau zu erreichen. Das Gesamtsystem arbeitet stabiler, leiser und deutlich effizienter.

Im Vergleich zu Anlagen mit separater PV-Anlage und klassischer Luft-Wasser-Wärmepumpe entsteht so ein klarer Effizienzvorteil, da Stromerzeugung und Wärmegewinnung nicht getrennt, sondern intelligent miteinander verbunden sind.

Beispiel:

Ein ähnlicher Effekt zeigt sich bei einem laufenden Verbrennungsmotor, dessen entstehende Abwärme im Winter gezielt für die Beheizung genutzt wird. Die Energie wird nicht ungenutzt an die Umgebung abgegeben, sondern sinnvoll weiterverwendet. Genau dieses Prinzip setzt PVT ein – mit messbarem Gewinn für die Gesamteffizienz.

Kurzfassung: Das Wärmepumpen-Prinzip kompakt

  • Umweltenergie aufnehmen
  • Temperatur durch Kompression erhöhen
  • Heizwärme an das Gebäude abgeben
  • Druck reduzieren und Zyklus neu starten

Das Ergebnis: eine effiziente, regenerative und zukunftssichere Wärmeversorgung.

FAQ – häufige Fragen zum Wärmepumpen-Prinzip

Wie arbeitet eine Wärmepumpe bei Minusgraden?

Das Kältemittel verdampft auch unter null Grad und kann deshalb selbst bei kalten Außentemperaturen Energie aufnehmen.

Welche Wärmepumpenarten gibt es?

Luft-Wasser-Wärmepumpe, Sole-Wasser-Wärmepumpe und Wasser-Wasser-Wärmepumpen sowie speziel auf PVT optimierte Sole-Wärmepumpen.

Wie effizient ist eine Wärmepumpe?

Je nach System erzeugen Wärmepumpen aus einer Kilowattstunde (kWh) Strom drei bis fünf Kilowattstunden Heizwärme.

Lohnt sich die Kombination mit Photovoltaik?

Ja. Die Kombination aus Wärmepumpe und PV- oder PVT-System senkt die laufenden Betriebskosten deutlich und erhöht gleichzeitig die energetische Unabhängigkeit.

Der selbst erzeugte Strom wird direkt für den Betrieb der Wärmepumpe genutzt. Dadurch sinkt der Strombezug aus dem Netz, und die Wärmeversorgung wird planbarer und wirtschaftlicher.

Was ist der Vorteil von PVT-Hybridmodulen?

PVT-Hybridmodule kombinieren Photovoltaik und Solarthermie in einem System und erzeugen gleichzeitig elektrischen Strom und nutzbare Wärme. So wird die verfügbare Dach- oder Fassadenfläche maximal effizient genutzt, ohne zusätzliche Anlagen installieren zu müssen.

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