PVT & Wärmepumpe ohne Außengerät – so funktioniert das integrierte Heizsystem

Eine Wärmepumpe ohne Außengerät basiert auf PVT-Kollektoren und einer Sole-Wärmepumpe. Wir erklären das System, seine Unterschiede und für welche Gebäude es sinnvoll ist.

Veröffentlicht am:

December 23, 2025

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Inhaltsverzeichnis

Leise heizen ohne Außeneinheit – was wirklich dahintersteckt

Wärmepumpen stehen für effizientes und zukunftsfähiges Heizen. Gleichzeitig wächst der Wunsch nach leisen, platzsparenden Lösungen ohne sichtbares Außengerät.

Genau hier setzt eine systemintegrierte Kombination aus PVT-Kollektoren und einer Sole-Wärmepumpe an. Dieser Beitrag erklärt verständlich und faktenbasiert, wie dieses Heizsystem funktioniert, worin es sich von klassischen Wärmepumpen unterscheidet und für welche Gebäude es geeignet ist – ohne Effizienzversprechen und ohne Vereinfachungen.

Kurz erklärt: Was bedeutet „Wärmepumpe ohne Außengerät“?

Eine Wärmepumpe ohne Außengerät bedeutet konkret:

  • keine außen aufgestellte Luft-Wasser-Wärmepumpe
  • keine Ventilatoren oder Schallemissionen im Außenbereich
  • keine direkte Nutzung der Außenluft als Wärmequelle
  • die Umweltenergie stammt aus einer fest integrierten Quelle, z. B. dem Dach

Technisch handelt es sich nicht um eine eigene Wärmepumpenart, sondern um eine Sole-Wärmepumpe mit alternativer Wärmequelle.

Wie heizt ein PVT-System?

PVT-Kollektoren vereinen zwei Funktionen in einem Modul:

  • Photovoltaik (PV): Erzeugung von Strom
  • Thermie (T): Aufnahme von Umweltwärme über einen integrierten Wärmetauscher

Im Unterschied zur klassischen Solarthermie wird die thermische Energie nicht direkt für Warmwasser genutzt, sondern dient als Niedertemperatur-Wärmequelle für die Wärmepumpe.

Wichtig:
PVT ist keine Wärmepumpe, sondern ersetzt Erdsonden oder Flächenkollektoren als Wärmequelle.

Wie funktioniert die Kombination aus PVT & Sole-Wärmepumpe?

Der Systemaufbau – vereinfacht erklärt

  1. PVT-Kollektoren auf dem Dach
    • nehmen Umweltwärme aus Luft und Umgebung auf
    • erzeugen gleichzeitig Solarstrom
  2. Solekreis (Wasser-Frostschutz-Gemisch)
    • transportiert die aufgenommene Niedertemperaturwärme
    • vergleichbar mit einem Erdkollektorsystem
  3. Sole-Wärmepumpe im Gebäude
    • hebt das Temperaturniveau auf Heiz- und Warmwasserniveau
    • versorgt Flächenheizungen und Trinkwarmwasser
  4. PV-Strom aus demselben Modul
    • kann für Haushaltsstrom und Wärmepumpenbetrieb genutzt werden

Zusammengefasst

  • keine Außeneinheit
  • keine Luftansaugung
  • Strom und Wärme aus einer integrierten Dachlösung
  • technisch eine Sole-Wärmepumpe – ohne Erdarbeiten

Wärmepumpe ohne Außengerät: Welche Technik steckt dahinter?

Entscheidend ist nicht der Wegfall des Außengeräts, sondern die Art der Wärmequelle:

  • Luft-Wasser-Wärmepumpen benötigen Außenluft → Außengerät erforderlich
  • Sole-Wärmepumpen nutzen Umweltwärme über geschlossene Kreisläufe
  • PVT-Kollektoren übernehmen dabei die Rolle der Wärmequelle

👉 Das Dach wird funktional Teil des Heizsystems.

Vergleich: PVT + Sole-Wärmepumpe vs. Luft-Wasser-Wärmepumpe

Merkmal PVT + Sole-WP Luft-Wasser-WP
Außengerät nicht erforderlich erforderlich
Geräusche außen keine modellabhängig
Wärmequelle Dach (PVT) Außenluft
Platzbedarf im Garten keiner oft relevant
Architektonische Wirkung unauffällig sichtbar
Systemkomplexität höher geringer

Hinweis:
Dieser Vergleich trifft keine Aussage zu Effizienz, Kosten oder Förderung. Die Eignung ist immer projektabhängig.

Für welche Gebäude ist das System geeignet?

Besonders geeignet für:

  • Neubauten mit niedrigen Vorlauftemperaturen
  • Gebäude ohne Grundstück für Erdsonden
  • schallsensible oder dicht bebaute Lagen
  • Projekte mit Fokus auf integrierte Energielösungen

Eingeschränkt geeignet bei:

  • sehr hohem Heizwärmebedarf
  • begrenzter oder ungünstiger Dachfläche
  • fehlender Möglichkeit für Flächenheizsysteme

Häufige Missverständnisse rund um PVT-Wärmepumpen

„PVT ist eine eigene Wärmepumpenart“
→ Nein. PVT liefert Umweltwärme, die Wärmepumpe bleibt zentral.

„Ohne Sonne funktioniert das System nicht“
→ Umweltwärme steht auch bei Bewölkung und nachts zur Verfügung.

„PVT ersetzt Erdsonden immer vollständig“
→ PVT ist eine alternative Wärmequelle, keine pauschale Lösung.

Planung & Integration: Worauf es wirklich ankommt

  • korrekte Dimensionierung der PVT-Fläche
  • Abstimmung auf das Heizsystem im Gebäude
  • saubere hydraulische Einbindung
  • realistische Betrachtung der Systemgrenzen
  • klare Trennung von Technik und Wirtschaftlichkeit

👉 Der Erfolg hängt von der Systemplanung, nicht vom einzelnen Bauteil ab.

Fazit: Leise, integriert – aber planungsintensiv

Die Kombination aus PVT-Kollektoren und Sole-Wärmepumpe ermöglicht ein Heizsystem ohne Außengerät, das Strom und Wärme intelligent verbindet. Besonders im Neubau bietet diese Lösung architektonische, akustische und systemische Vorteile.

Entscheidend ist eine fachlich saubere Planung – denn wie bei allen Wärmepumpensystemen gilt:


Nicht das Schlagwort heizt, sondern das Konzept.

FAQ – häufige Fragen

Was bedeutet „Wärmepumpe ohne Außengerät“ genau?

Es wird keine luftbasierte Außeneinheit benötigt, da die Wärmequelle integriert ist.

Ist PVT dasselbe wie Solarthermie?

Nein. PVT nutzt thermische Energie primär als Umweltwärmequelle für Wärmepumpen.

Kann eine PVT-Anlage allein heizen?

Nein. Eine Wärmepumpe ist immer erforderlich.

Ist das System im Außenbereich wirklich geräuschlos?

Ja, da keine beweglichen Komponenten außerhalb installiert sind.

Eignet sich das System für Bestandsgebäude?

Das hängt stark von Dachfläche, Heizsystem und energetischem Zustand ab.

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